Design als Diagrammatik? [WS 20/21]

Was ist ein Diagramm? Vor allem: Wie funktioniert ein Diagramm? In den letzten Jahren häufen sich die Veröffentlichungen zu diesem besonderen Phänomen auf der Grenze zwischen Bild und Schrift. Von der platonischen Anamnesis bis zum digitalen Coding spannt sich der Bogen einer Diagrammatologie, die sich der Schematisierung der Schnittstelle von Gedanke und Gestalt widmet. Wäre Design also im Wesentlichen diagrammatisch zu denken? 

Das Seminar behandelt einschlägige Beiträge aus dem Feld der Medientheorie und Kulturwissenschaften, aber auch der Philosophie unter besonderer Berücksichtigung des Designs. 

Florian Arnold

Designgeschichte I - Von der Steinzeithöhle ins Bauhaus [WS 20/21]

Design hat nicht nur eine Geschichte, sondern ist seine Geschichte. Design ist ein Prozess, zielt auf Prozesse und scheint, wenn überhaupt, nur im Prozess (um-)definiert werden zu können. Entsprechend wird es in der Überblicksvorlesung und der wechselweisen Diskussion einschlägiger Quellentexte darum gehen, eine Entwicklung nachzuzeichnen, die bei der Frage nach dem eigentlichen Ursprung des „Designs“ ansetzt, um am Ende eines kritischen Durchgangs durch die letzten Jahrhunderte das Phänomen „Design“ in der Gegenwart besser erfassen zu können.


Florian Arnold

Einführung in die Musikästhetik für Designer*innen

Die Vorlesung gilt einer Einführung in die Musikästhetik mit besonderem Augenmerk auf die Frage, wie das Verhältnis von Musik und Design zu verstehen ist. Dazu wird sie sowohl in systematische Fragen einführen, wie die Positionen bedeutender Musikästhetiker/innen vorstellen. Zu ihren Leitfragen werden folgende Fragen gehören: Was ist Musik? In welcher Weise lässt sich die These verstehen, Musik spreche besonders das Gefühl oder unsere Rationalität an? Was ist der Unterschied zwischen Kunstmusik und Gebrauchsmusik? Worin besteht der Unterschied verschiedener Arten von Musik wie europäischer Kunstmusik, Jazz und Pop? Auf welche Weise existieren musikalische Werke, Aufnahmen und Improvisationen? Welchen Ort hat die Musik im System der Künste?

Literatur: Theodor W. Adorno, Philosophie der Neuen Musik, Frankfurt/M.: Suhrkamp 1990; Daniel M. Feige, Philosophie des Jazz, Berlin: Suhrkamp 2014; Theodore Gracyk u. Andrew Kania (Hg.), The Routledge Companion to Philosophy and Music, London: Routledge 2011; Richard Klein, Musikphilosophie zur Einführung, Hamburg: Junius 2014.

 


Daniel Martin Feige

Einführung in die Philosophie des Designs und wissenschaftliches Arbeiten [WS 20/21]

Prof. Dr. Daniel Martin Feige

Einführungskurs mit Tutorium [Leitung: Cedric Tonye Djon]

Seminargröße: 32

Raum: 21.10: Treffen auf dem Campus zur Vorbesprechung

Zeit: Mi 09.00-10.30 Uhr, Beginn: 21.10.2019

 

Einführungskurs Philosophie des Designs und wissenschaftliches Arbeiten

Das von einem Tutorium begleitete Seminar ist eine Pflichtveranstaltung für alle Studierenden des ersten Semesters in den Studiengängen Industrial Design, Kommunikationsdesign und Textildesign. Es dient der Vermittlung von basalen Kompetenzen des wissenschaftlichen Arbeitens – wissenschaftliches Schreiben, hermeneutische Erarbeitung von Texten, Fähigkeit zur argumentativen Auseinandersetzung mit Thesen – und zugleich der Einführung in Grundfragen der Designtheorie aus philosophischer Perspektive. Das Tutorium dient neben der Vertiefung der Diskussion der Texte des Seminars vor allem der gemeinsamen Übung wissenschaftlichen Schreibens.

 

Literatur:

Florian Arnold, Philosophie für Designer, Stuttgart: AV Edition 2016.

Simon Blackburn, Denken! Die großen Fragen der Philosophie, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2013.

Wolfgang Detel, Grundkurs Philosophie, Stuttgart: Reclam 2007 (= Band 1-5).

Daniel M. Feige, Design. Eine philosophische Analyse, Berlin: Suhrkamp 2018.

Daniel M. Feige, Zur Dialektik des Social Design. Ästhetik und Kritik in Kunst und Design, Hamburg: Adocs 2019.

Philipp Meyer, 300 Tipps fürs wissenschaftliche Schreiben, Stuttgart: Utb 2005.

Eckardt Meyer-Krentler und Burckhard Moenninghoff, Arbeitstechniken Literaturwissenschaft, Stuttgart: UTB 2010.

Thomas Nagel, Was bedeutet das alles?, Stuttgart: Reclam 2012.

Jay Rosenberg, Philosophieren. Ein Handbuch für Anfänger, Frankfurt am Main: Klostermann 2002.

Holm Tetens, Philosophisches Argumentieren, München: Beck 2004.


Daniel Martin Feige

Ethik des Klimawandels

Inhalt: In den letzten Jahren ist der öffentliche Diskurs zunehmend von Fragen eines angemessenen Umgangs mit dem Klimawandel, der heute in der Klimaforschung als Tatsache gilt, bestimmt. Im Seminar werden wir im Rahmen einer gemeinsamen Lektüre des Buchs zum Thema von Dominic Roser und Christian Seidel die ethischen Herausforderungen und mögliche Antworten diskutieren. Das Buch wird zu Anschaffung empfohlen.

Literatur:  Dominic Roser und Christian Seidel, Ethik des Klimawandels. Eine Einführung, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2015 (2. Auflage).


Daniel Martin Feige

Forschungskolloquium Gegenwartsästhetik [fortlaufend]

Prof. Dr. Daniel Martin Feige und Prof. Dr. Judith Siegmund

Seminargröße: 20

Ort: HMDK Stuttgart

Zeit: Fr 10.00-12.00 Uhr, Beginn: 20.10.2019

 

Forschungskolloquium Gegenwartsästhetik

Im seit mehreren Jahren bestehenden Kolloquium werden Positionen der gegenwärtigen ästhetischen Diskussion gemeinsam diskutiert. Das Kolloquium richtet sich an Designer*innen, Künstler*innen, Philosophen und Philosophinnen, Musiker*innen und an alle, die sich für aktuelle Debatten der Ästhetik interessieren. Es findet in Kooperation zwischen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart statt. In diesem Semester soll Achille Mbembes „Kritik der schwarzen Vernunft“ gelesen werden.

 

 

Literatur:

 

Achille Mbembe, Kritik der schwarzen Vernunft, Berlin: Suhrkamp 2013.

 


Daniel Martin Feige

Grundbegriffe der Theorie des Designs [WS 20/21]

Prof. Dr. Daniel Martin Feige

Modulzugehörigkeit: Kulturphilosophie

Podcast-Vorlesung

Zeit: Donnerstag 10.00-11.30 Uhr

SWS: 2 (3-6 Ects)

 

Grundbegriffe der Philosophie des Designs

Die Vorlesung führt in zentrale mit dem Design verbundene Grundbegriffe philosophisch ein und ermöglicht so Designstudierenden wie Studierenden anderer Fächer einen Einblick in zentrale Fragen der Designtheorie. Folgende Grundbegriffe werden in der Vorlesung erörtert: Begriff (Kann man Design definieren?), Geschichtlichkeit (Ist Design irgendwann entstanden oder gab es Design schon immer?), Anthropologie (Welche Rolle spielt Design im menschlichen Leben?), Ästhetik (Können Designgegenstände „schön“ sein und Gegenstand einer spezifischen Erfahrung werden?), Ethik (Was ist gutes Design?), Politik (Was heißt Kritik des Designs?).

 

Literatur (Auswahl)

Florian Arnold, Logik des Entwerfens. Eine designphilosophische Grundlegung, Paderborn: Fink 2018.

Andreas Dorschel, Gestaltung. Zur Ästhetik des Brauchbaren, Heidelberg: Winter 2003.

 Daniel M. Feige, Design. Eine philosophische Analyse, Berlin 2018.

Daniel M. Feige, Florian Arnold und Markus Rautzenberg (Hg.), Philosophie des Designs, Bielefeld: Transcript 2020.

 Daniel M. Feige, Zur Dialektik des Social Designs (= Studienhefte problemorientiertes Design 4), Hamburg: Adocs 2019.

Jane Forsey, The Aesthetics of Design, Oxford: Oxford University Press 2013.

Glenn Parsons und Allen Carlson, Functional Beauty, Oxford: Clarendon Press 2008.

Glenn Parsons, The Philosophy of Design, Cambridge: Polity Press 2016.

Oliver Ruf und Stefan Neuhaus (Hg.), Designästhetik. Theorie und soziale Praxis, Bielefeld: Transcript 2020.

Gerhard Schweppenhäuser, Designtheorie, Berlin: Springer 2016.


Daniel Martin Feige

Hegel lesen! [WS 20/21]

Prof. Dr. Daniel Martin Feige

Seminargröße: 20

Ort: Vortragssaal Neubau 2 / Digital

Zeit: Fr 09.30-11.00 Uhr, Beginn: 23.10.2019

 

Hegel Lesen!

Stuttgart hat dieses Jahr den 250. Geburtstag eines Sohns der Stadt begangen, der zu den wichtigsten Philosophen der Neuzeit gehört: Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831). Er war zentraler Vertreter des deutschen Idealismus, der für eine Überwindung disziplinärer Grenzen steht: Im Rahmen seines umfassenden philosophischen Systems diskutiert Hegel Fragen der Ethik im systematischen Zusammenhang mit Fragen der Erkenntnistheorie, wie er Fragen der Naturphilosophie im systematischen Zusammenhang mit Fragen der Religionsphilosophie und Ästhetik diskutiert. Dass sein Werk keineswegs allein historisch interessant ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass viele Philosophen/innen heute nicht nur nach wie vor Hegel lesen, sondern grundlegende Thesen Hegels in abgewandelter Form auch in der Gegenwart verteidigen. Im Rahmen des Seminars wollen wir in gemeinsamer gründlicher Lektüre der Einleitungen der Phänomenologie des Geistes sowie der Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften (sowie potentiell weiterer Ausschnitte aus der Enzyklopädie, der Rechtsphilosophie und der Geschichtsphilosophie) Anspruch und Methode der hegelschen Philosophie versuchen nachvollziehen. Da der Schwierigkeitsgrad von Hegels Texten hoch ist, wird als Voraussetzung der gemeinsamen Arbeit im Seminar eine gründliche Vorbereitung der Textabschnitte erwartet.

 

Literatur:

 

Georg W. Bertram, Hegels „Phänomenologie des Geistes“. Ein systematischer Kommentar, Ditzingen: Reclam 2017.

Daniel M. Feige, Die Natur des Menschen. Eine dialektische Anthropologie, Berlin: Suhrkamp 2021 (im Erscheinen).

Christoph Menke, Autonomie und Befreiung. Studien zu Hegel, Berlin: Suhrkamp 2018.

Terry Pinkard, Hegel's Naturalism: Mind, Nature, and the Final Ends of Life, Oxford: Oxford University Press 2012.

Robert Pippin, Die Aktualität des Deutschen Idealismus, Berlin: Suhrkamp 2016.

Michael Quante, Die Wirklichkeit des Geistes. Studien zu Hegel, Berlin: Suhrkamp 2011.

Sally Sedgwick, Hegel’s Critique of Kant. From Dichotomy to Identity, Oxford: Oxford University Press 2012.

Ludwig Siep, Der Weg der Phänomenologie des Geistes. Ein einführender Kommentar zu Hegels „Differenzschrift“ und „Phänomenologie des Geistes“, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2000.

Slavoj Žižek, Weniger als Nichts. Hegel und der Schatten des dialektischen Materialismus, Berlin:  Suhrkamp 2016.


Daniel Martin Feige

Klassiker der philosophischen Ästhetik [WS 20/21]

Prof. Dr. Daniel Martin Feige

Seminargröße: 20

Ort: Vortragssaal Neubau 2 / Digital

Zeit: Mittwoch 11.00-12.30, Beginn 21.10.2020

 

Klassiker der philosophischen Ästhetik

Ästhetik beschäftigt sich mit einer besonderen Form des menschlichen Weltbezugs, im Rahmen dessen Gegenstände nicht auf Allgemeinbegriffe gebracht werden, sondern in ihrer Spezifik nachvollzogen werden. Zu den paradigmatisch in Geschichte wie Gegenwart diskutierten Gegenstandsbereichen gehört dabei neben der Kunst die Natur; jüngst werden auch verstärkt nicht-klassische Gegenstandsbereiche wie das Design erforscht. Im Seminar werden wir die historische Entwicklung der Ästhetik (mit einem besonderen Fokus auf Positionen im Gefolge des 18. Jahrhunderts) in der gemeinsamen Diskussion paradigmatischer Texte nachvollziehen

 

Literatur:

 

Georg W. Bertram, Kunst. Eine philosophische Einführung, Stuttgart: Reclam 2005.

Noël Carroll, Philosophy of Art. A contemporary Introduction, New York: Routledge 1999.

Daniel M. Feige, Kunst als Selbstverständigung, Münster: Mentis 2012.

Stefan Majetschak, Ästhetik zur Einführung, Hamburg: Junius 2012.

Maria E. Reicher, Einführung in die philosophische Ästhetik, Darmstadt: WBG 2005.

Brigitte Scheer, Einführung in die philosophische Ästhetik, Darmstadt: WBG 1997.

 

 

Anforderungen [Designstudiengänge 6 ECTS]

Hausarbeit, Länge: 15-20 Seiten.


Daniel Martin Feige

Kolloquium Gegenwartsästhetik

Inhalt: In diesem Semester sollen Achille Mbembes „Kritik der schwarzen Vernunft“ und Günther Anders „Musikphilosophische Schriften“ gelesen werden. Im seit mehreren Jahren bestehenden Kolloquium werden Positionen der gegenwärtigen ästhetischen Diskussion gemeinsam diskutiert. Das Kolloquium richtet sich an Designer*innen, Künstler*innen, Philosophen und Philosophinnen, Musiker*innen und an alle, die sich für aktuelle Debatten der Ästhetik interessieren. Es findet in Kooperation zwischen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart statt.

Daniel Martin Feige

Philosophie des Films

Der Film gehört seit seiner Genese zu den relevantesten Medien und Kunstformen der Gegenwart. Bereits seit seiner Entstehung stellen sich dabei Fragen nach seiner medialen Verfasstheit und seinen ästhetischen Ausdruckspotentialen. Im Seminar wird im Rahmen einer gemeinsamen Lektüre von Noël Carrolls Buch „Philosophy of Motion Pictures“ in grundlegende Fragen der Philosophie des Films eingeführt. Zu Beginn wird ein Kanon von Filmen festgelegt werden, die als Hintergrund der Diskussion dienen. Die Anschaffung des Buches wird empfohlen.

Literatur: Noël Carroll, The Philosophy of Motion Pictures, Malden/Ma.: Blackwell 2008.


Daniel Martin Feige

Texte zur Theorie der Sprache

Inhalt: Seit spätestens dem 20. Jahrhundert hat sich in verschiedenen Wissenschaften die Erkenntnis durchgesetzt, dass Sprache ein wesentliches Merkmal dessen menschlichen Geistes ist. Denken und Handeln können nur Lebewesen, die der Sprache mächtig sind. Die sprachtheoretischen Debatten haben dabei zugleich einen direkten Bezug zu Fragen der Designtheorie: Designgegenstände sind nie nur funktionale Gegenstände, sondern symbolisieren, kommunizieren und exemplifizieren. Im Rahmen des Seminars sollen klassische und jüngere Texte der Sprachphilosophie gemeinsam diskutiert werden. Die Veranstaltung führt nicht allein in Grundprobleme der Sprachphilosophie ein, sondern erfüllt darüber hinaus die Funktion, dass die Teilnehmer*innen in Form von Präsentationen und Kurzreferaten zugleich ihre Vortragsfähigkeiten schulen.

Literatur:  Jonas Pfister (Hg.), Texte zur Sprachphilosophie, Stuttgart: Reclam 2011.


Daniel Martin Feige