„Philosophieren heißt sterben Lernen“ (Michel de Montaigne) - In wieweit gilt das auch für Kunst machen - oder eben nicht? VOLUME 2/4 [SS 2020]

In dem Seminar untersuchen wir auf welche Art und Weise in den Künsten der Tod auftaucht. 

Wir analysieren unter welchen Bedingungen oder warum in gewissen Zeiten/Epochen in auffällig vielen Kunstwerken der Tod thematisiert wird. 

Darüber hinaus erörtern wir inwieweit Kunst machen als eine Praxis ausgelegt werden kann, die den Tod versucht zu umgehen oder anders gesagt sich ihm stellt.

Wir behandeln künstlerische Strategien, die auf den Fakt physische Endlichkeit antworten. Die Texte, die wir lesen sind sowohl poetischer als auch wissenschaftlicher Natur und stammen von Autor*innen aus unterschiedlichen Fachbereichen (Kunst-, Kultur und Medienwissenschaft, Philosophie, Bildende Kunst, Literatur, Darstellende Kunst u. a.) Die Frage, die wir all den unterschiedlichen Formen von künstlerischen Werken stellen, lautet: In welchem Kostüm (damit ist auch Form oder Material gemeint) zeigt sich der anstehende Tod? Ob nah oder fern — ob akzeptiert oder nicht — ob gewünscht, gefürchtet, erlebt oder hinter sich gelassen — ob real, ob irreal.Eine Lese-/Filmliste wird zur Verfügung gestellt werden. Jeder Teilnehmer übernimmt die Verantwortlichkeit einen Beitrag vorzubereiten. 

Die Bereitschaft, dass die Teilnehmer*innen im Seminarzusammenhang eigenständig an ihrem künstlerischen Beitrag  arbeitet, der im Rahmen des 34. Stuttgarter Filmwinter-Festival for Expanded Media (voraussichtlich 14.-17.1.2021) gezeigt wird ist vorausgesetzt.    

Eigentlich war das Seminar als Blockseminar gedacht in dem Zeitraum 25. - 29. Mai 2020 in Bodman.


Das Seminar fällt nicht aus - auch wenn wir eventuell nicht nach Bodman können.

Meet live in the Internet

Wir werden schon Wege finden, das Seminar stattfinden zu lassen.

Anmeldung per Mail an Dozentin: annagohmert@googlemail.com 




Der Fokus liegt darauf filmische (oder andere künstlerische) Arbeiten zu produzieren, die als Programm im Rahmen des 34. Stuttgarter Filmwinter-Festival for Expanded Media (voraussichtlich 14.-17.1.2021) gezeigt werden, als auch Textarbeit zu betreiben in Bezugnahme von künstlerischen Arbeiten.

 

Die Teilnahme des Seminars Teil 1 (WS19/20) gilt nicht als Bedingung für die Teilnahme des Seminars Teil 2.

die filmischen Arbeiten gezeigt werden

 


Anna Gohmert

Wien um 1900

Auch wenn die vorletzte Jahrhundertwende in vielen Ländern eine herausragende Stellung in der Kunstgeschichte einnimmt, so war die Situation in Wien doch besonders. Hier befand sich ein einzigartiger Schmelztiegel, nicht nur aus den verschiedenen Nationalitäten des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn. Die Künstlerschaft war ebenfalls inhomogen. Da gab es einander diametrale gegenüberstehende Persönlichkeiten wie Gustav Klimt und Adolf Loos, aber auch mehrfach begabte und tätige wie der Architekt Josef Hoffmann, der auch als Designer reüssierte und mit Kolo Moser die Wiener Werkstätten gründete. Die bildende Kunst war dabei immer auch Teil von verschiedenen neuen Bewegungen in den Bereichen Theater, Musik, Literatur, aber auch auf dem Gebiet der Psychoanalyse und nicht zuletzt den volksbildnerischen Bemühungen. In der Kunst bestand der Anspruch das gesamte Leben des Menschen zu durchdringen, nur der Weg dorthin war unterschiedlich.Wir wollen im Seminar anhand von verschiedenen Persönlichkeiten und Institutionen nicht nur die bekannte Seite der Wiener Jahrhundertwende betrachten, sondern in Vergleich und Gegenüberstellung auch unbekanntere Künstler und deren Kunst entdecken.

Cäcilia Henrichs

Loop und Leerstelle – Die Kunst-und Kulturgeschichte seit der Moderne zwischen Repetition und Unbestimmtheit

Das Phänomen der Leerstelle machen sich insbesondere seit der Klassischen Moderne immer wieder auch bildende KünstlerInnen zu eigen: ob in den schematischen Ansichten William Turners, der malerischen „Nullstunde“ in Malewitsch‘ schwarzem Quadrat oder den John Cage inspirierenden „white paintings“ Robert Rauschenbergs.

Demgegenüber  steht unser zyklisches Zeitempfinden der Tages-und Jahreszeiten, die seriellen Fertigung von Gütern seit der Industriellen Revolution oder die Bilderserien, wiederkehrenden Sujets und Raumabfolgen bei Monet, On Kawara und Gregor Schneider: Wiederholungen prägen ebenso unsere Wahrnehmung und unser Weltverständnis. 

In diesem Seminar wird es insbesondere darum gehen: Eine Kunst-und Kulturgeschichte zwischen Repetition und Unbestimmtheit. 

Frederike Schmaeschke

Profane Ikonographie/Ikonographie II im Sommersemester

Die Ikonographie ist ein wichtiger Teil in der Kunstgeschichte, ermöglicht sie doch erst das Verstehen von Bildinhalten. Anhand von Beispielen aus der italienischen Renaissance soll in diese Methode eingeführt werden. Die Vorlesungseinheit besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil findet immer im Wintersemester statt undwidmet sich der christlichen Ikonographie. Im Sommersemester liegt der Fokus auf der profanen Ikonographie (vor allem auf der Ikonographie der antiken Mythologie). Aufgrund des Umfanges der Themen in der Kunst und der Komplexität des Feldes der Ikonographie werden die Fallbeispiele im Sommersemester, die im Seminar als Übungsgrundlage dienen werden, mythologische Themen darstellen. Auf diese Weise sollen Möglichkeiten und Perspektiven der ikonographischen Praxis anhand eines fest umrissenen und übersichtlichen Themenkonvolutes leichter offenbart werden können. Die Herangehensweise an die Renaissance-Bilder soll systematisch mit denInstrumenten der Ikonographie erfolgen. Dabei soll die Identifizierung von Bildinhalten, der Umgang mit den verschiedenen Textgrundlagen sowie die Handhabung ikonographischer Nachschlagewerke erlernt werden. Um die Kunstwerke mit einer angemessenen Fachsprache beschreiben zu können, soll im Rahmen des Seminars auf die notwendigen Fachbegriffe ikonographischer Analyse und deren Bedeutung eingegangen werden.Literatur: N. Büttner: Einführung in die frühneuzeitliche Ikonographie, Darmstadt 2014; F.Büttner und A. Gottdang: Einführung in die Ikonographie: Wege zur Deutung von Bildinhalten, München 2009; H. Krauss, E. Uthemann: Was Bilder erzählen: Die klassischen Geschichten aus Antike und Christentum in der abendländischen Malerei, München 1998; C.-P. Warncke: Symbol Emblem, Allegorie: Die zweite Sprache der Bilder, Köln 2005. Weiterführende Literatur wird im Verlauf der Vorlesung bekanntgegeben

Gitta BertramPaula Simion

Was ist ein Objekt? [SS 2020]

Mit „Nach der Endlichkeit“ von Quentin Meillassoux betrat eine neue Denkrichtung die Bühne der zeitgenössischen Philosophie: der spekulative Realismus. Parallel dazu entwickelten Bruno Latour und seine Mitstreiter die Idee der Agency von Dingen (z. B. „Parlament der Dinge, „Making Things Public“ Ausstellung im ZKM 2005). Mit diesen Entwicklungen löst sich die moderne Orientierung, die philosophisch auf Kant zurückzuführen ist, an der Beteiligung der Subjekte an der Konstitution ihrer Realität, auf. Im Seminar untersuchen wir anhand der relevanten Primärtexte und Ausstellungskataloge diese Frage.

Felix EnsslinChristoph Sökler

Probe als künstlerische Praxis [SS 2020]

“The studio was completely open, and Morris made small sculptures in a corner, like the Box with the Sound of Its Own Making. Simone rehearsed us in See Saw at one end. I rehearsed my first solo, Three Satie Spoons.” Diese Szenenbeschreibung Yvonne Rainers aus den 1960er Jahren kann als Beispiel für den Beginn eines Prozesses dienen, der bis heute künstlerische relevant ist: Laut zeitgenössischer Autoren wie Sabeth Buchmann eröffnet sich damit ein Raum, in dem die Unterscheidung zwischen Probe und Zur-SchauStellung aufgehoben wird. Neben der Verbindung zur Geschichte der Performance Art stellt sich hier auch die Frage nach der durch alle gesellschaftlichen Praktiken sich ziehenden Dominanz des Erprobens, lebenslangen Lernens, des Selbstentwurfs, der Flexibilität. Wir untersuchen im Kontext dieser kunstgeschichtlichen Entwicklung diese Verbindung zu allgemeinen politischen, ökonomischen und sozialen Phänomenen der gegenwärtigen Welt.

Felix EnsslinChristoph Sökler

Prüfungsvorbereitung für Kunstpädagogen


Dieses Kolloquium wendet sich speziell an fortgeschrittene Studierende der Kunstpädagogik. Es soll auf die mündliche Prüfung in Kunstgeschichte im September 2020 vorbereiten. Durch Kurzreferate und gemeinsame Werkanalysen soll ein Überblick über die Geschichte der europäischen Kunst vertieft werden. 


Gitta BertramNils Büttner

Rubens in Stuttgart

Ende des Jahres 2021 soll in der Staatsgalerie Stuttgart in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste eine große Landesausstellung zum Frühwerk des Malers Peter Paul Rubens stattfinden. Das Seminar richtet sich an alle, die an fortgeschrittene Studierende aller Fachrichtungen, die aktiv an der Vorbereitung mitwirken wollen.

Literatur: Wird im Verlauf der Veranstaltung bekanntgegeben.

 


Nils Büttner

Vorlesung und Übung: Vermittlung und Performativität [SS 2020]

Die Trennung zwischen künstlerischer Arbeit und Vermittlung ist in den letzten Jahrzehnten oft unscharf geworden. Die Entwicklung geht in beide Richtungen: Einerseits nehmen künstlerische Arbeiten den Aspekt der Vermittlung integral in sich selbst auf, andererseits werden Praktiken der Vermittlung selbst unter dem Aspekt ihrer formalen Bedingungen entwickelt. Dabei spielt eine Rolle, dass der Begriff der Performativität und der Performance selbst einerseits einen immer größeren Raum in kuratorischen und künstlerischen Diskursen einnehmen und andererseits dass die beiden Begriffe über die Ränder der Kunstwelt hinaus eine allgemeine gesellschaftliche Relevanz bekommen haben. In der Vorlesungsreihe diskutieren wir anhand einiger künstlerischer und kuratorischer Beispiele diese Entwicklung. 

Felix EnsslinChristoph Sökler

Frauen in der Kunst [SS 2020]

In diesem Seminar gehen wir den Frauen in der Kunst nach und schauen, was für Rollen sie im künstlerischen Betrieb einnehmen konnten und können.

Wer waren diese Künstlerinnen, Mäzenatinnen, Galeristinnen, Druckerinnen und Förderer der Kunst? Welche soziale Stellung hatten sie in ihrer Zeit, wie waren sie als Künstlerinnen angesehen, was für einen Einfluss hatten sie? Waren sie so unsichtbar, wie es heutzutage, trotz gegenwärtig verstärkter Forschung, den Anschein hat? Und wie sieht es heute aus?

 

 


Gitta BertramChristiane Kritzer