Christliche Ikonographie/Ikonographie I [WS 20/21]

Die Ikonographie ist ein wichtiger Teil in der Kunstgeschichte, ermöglicht sie doch erst das Verstehen von Bildinhalten. 

Die Vorlesungseinheit besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil findet immer im Wintersemester statt und widmet sich der christlichen Ikonographie. Im Sommersemester liegt der Fokus auf der profanen Ikonographie (vor allem auf der Ikonographie der antiken Mythologie). 

Um die Kunstwerke mit einer angemessenen Fachsprache beschreiben zu können, soll im Rahmen des Seminars auf die notwendigen Fachbegriffe ikonographischer Analyse und deren Bedeutung eingegangen werden.

Literatur

N. Büttner: Einführung in die frühneuzeitliche Ikonographie, Darmstadt 2014; F.Büttner und A. Gottdang: Einführung in die Ikonographie: Wege zur Deutung von Bildinhalten, München 2009; H. Krauss, E. Uthemann: Was Bilder erzählen: Die klassischen Geschichten aus Antike und Christentum in der abendländischen Malerei, München 1998; C.-P. Warncke: Symbol Emblem, Allegorie: Die zweite Sprache der Bilder, Köln 2005. 

Paula Simion

Grenz/Räume [WS20/21]

Der belgische Soziologe, Philosoph und Theatermacher David van Reybrouck hat vor einigen Jahren eine Studie zu einem fast vergessenen Grenzraum im Länderdreieck zwischen Belgien, Deutschland und den Niederlanden vorgelegt. „Zink“ untersucht die Geschichte des nur vier Quadratkilometer großen europäischen Fleckens, der im „langen 19. Jahrhundert“ als „Neutral-Moresnet“ bekannt war, weil sich die Siegermächte auf dem Wiener Kongress (1814/15) aufgrund der dort entdeckten Zinkvorhaben nicht auf eine nationale Zuordnung des Gebietes einigen konnten. Über hundert Jahre lang war Neutral-Moresnet daher quasi staatenlos, ohne Regierung oder, wenn überhaupt unter einer Macht vereint, dann unter derjenigen der Zinkunternehmen. Ausgehend von diesem historischen Beispiel untersuchen wir das Thema Grenzen und Räume, bzw. GrenzRäume. Neben historischen Materialien und der erwähnten Studie „Zink“ lesen wir Ausschnitte aus u.a. M. Foucault „Andere Räume“, Michael Mayer „Zone“, J. Kasper „Der traumatisierte Raum“ und ausgewählte Texte von G. Agamben, J. Lacan etc. Das Thema ist auch Gegenstand einer Theaterproduktion des AGORA Theaters im Jahr 2021. Daher werden wir einige Sitzungen des Seminars gemeinsam mit Mitgliedern des Ensembles abhalten.

Felix EnsslinChristoph Sökler

Hans Haacke: Von der Natur zur Politik? [WS 20/21]

Hans Haacke, im Jahr 2019 mit dem Arnold-Bode-Preis ausgezeichnet und

vom Kunstmagazin „monopol“ zur aktuell einflussreichsten Persönlichkeit der

Kunstwelt gekürt, gilt als bedeutender Vertreter der sogenannten ‚politischen

Konzeptkunst‘. Losgelöst von dieser der Komplexität seines Gesamtwerkes

nicht gerecht werdenden Zuschreibung stellt das Seminar zentrale Arbeiten

von Hans Haacke in den Fokus: Angefangen von seiner Auseinandersetzung

mit Systemen und Prozessen anhand von Naturphänomen, über wichtige

ortspezifische Arbeiten für temporäre Ausstellungsprojekte hin zu seinen

kritischen Beiträgen zur vergangenen und gegenwärtigen deutsch-deutschen

Situation. Die drei Blockseminare, die digital stattfinden, werden um

gemeinsame Screenings einer Dokumentation des Ausstellungsprojektes „Die

Endlichkeit der Freiheit“ (1990), der Bundestagsdebatte um „DER

BEVÖLKERUNG“ sowie einer aktuellen Podiumsdiskussion mit Hans Haacke

ergänzt.

Teilnahmevoraussetzungen:

Das Seminar richtet sich ausdrücklich an alle Studierenden

Sarah AlbertiSarah Alberti

Marcel Duchamp - Von der Wirkung zum Werk [WS 20/21]

Unübersichtlich viele künstlerische Strömungen seit den 1960er Jahren und bis in die Gegenwart berufen sich auf Marcel Duchamp, wenn es um die Legitimation ihrer Verfahren geht. Das betrifft nicht nur die vielen Spielarten konzeptueller Kunst, für die das Readymade zum Gründungswerk stilisiert wird, sondern beispielsweise auch für neuartige Verbindungen zwischen Kunst und Wissenschaft oder für Kunstformen der sog. Institutional critique. Inwieweit diese Bezugnahmen und Rückführungen auf Duchamp gerechtfertigt sind, lässt sich nur aufgrund einer genaueren Kenntnis von Duchamps OEuvre abschätzen. In der Vorlesung werden daher zentrale Komplexe von Duchamps vielgestaltigem Werk vorgestellt und diskutiert. Die Vorlesung geht also sozusagen rückwärts: von der umfassenden und durchgreifenden Wirkung von Duchamps Kunst zurück zu den einzelnen Werken.

Michael Lüthy

Marcel Duchamp - Werke und Diskurse [WS20/21]

Das Seminar begleitet die Vorlesung mit gemeinsamen Werkdiskussionen und Lektüren ausgewählter Sekundärliteratur.
Die Seminarthemen werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Michael Lüthy

Materialismen im Umlauf [WS20/21]

Dieses Seminar bezieht sich auf das Phänomen einer verstärkten Hinwendung zum Begriff „Materialismus“ in unterschiedlichsten Ausprägungen in der gegenwärtigen Philosophie und der zeitgenössischen kulturellen und ästhetischen Debatte. Psychomaterialismus, Spekulativer Materialismus, Demokratischer Materialismus, Materialismus der Begegnung, sogar das alte Diskurspferd Dialektischer Materialismus – all diese Begriffe und Theorieangebote sind gegenwärtig im Umlauf. In diesem Seminar wollen wir uns anhand von Lektüren gegenwärtiger Autoren (Alain Badiou, Karen Barad, Katja Diefenbach, Byung-Chul Han), sowie einiger grundlegender Autoren (z.B. Marx und Spinoza) von diesem Umlauf der Materialismen einen ersten Überblick verschaffen.

Felix EnsslinChristoph Sökler

Minimalistische und postminimalistische Kunst [WS20/21]

In den 1960er Jahren setzten tiefgreifende Transformationen der künstlerischen Praxis ein, die bis heute nachwirken. Die Transformationen betreffen die künstlerische Praxis, den Begriff der Kunst, die Rolle der Kunstinstitutionen und die Formen der Rezeption gleichermaßen. Das Seminar nimmt hierbei die Auswirkungen dieser Transformationen auf die Skulptur in den Blick. Die entsprechenden künstlerischen Positionen, hauptsächlich der US-amerikanischen Kunst zugehörig, wurden unter den Sammelbegriffen des Minimalismus sowie – als weiterer Entwicklungsschritt – des Post-Minimalismus zusammengefasst. Das Spektrum umfasst Künster wie Donald Judd, Carl Andre oder Dan Flavin, aber auch Richard Serra oder Bruce Nauman. Im Seminar diskutieren wir nicht nur diese künstlerischen Positionen, sondern begleitend dazu einschlägige Texte.
Literatur: Wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben.

Michael Lüthy

Probe als künstlerische Praxis 2 [WS20/21]

Im Verlauf des Seminars „Probe als künstlerische Praxis“ im letzten Semester haben wir festgestellt, dass das Thema für die Teilnehmer*innen wie auch für mich selbst nach einem Semester noch nicht befriedigend aufgearbeitet ist. Daher führen wir die Untersuchung des Stellenwertes der „Probe“ in der heutigen künstlerischen, theatralen und filmischen Praxis, wie in der theoretischen Auseinandersetzung mit deren ästhetischen Bedingungen, fort. Der Besuch des ersten Seminars ist keine Voraussetzung für die Teilnahme – aber, für diejenigen, die neu hinzukommen möchten, vielleicht die Bereitschaft, den einen oder anderen kurzen Text aus dem ersten Probe-Seminar zusätzlich zu lesen. Der Fokus dieses zweiten Semesters wird mehr auf der Dokumentation von tatsächlichen Probevorgängen, filmischen Auseinandersetzungen und der Reflexion von möglicherweise existenten Probeverhältnissen in der eigenen Praxis, liegen.

Felix EnsslinChristoph Sökler

Prüfungsvorbereitung für Kunstpädagogen [fortlaufend]


Dieses Kolloquium wendet sich speziell an fortgeschrittene Studierende der Kunstpädagogik. Es soll auf die mündliche Prüfung in Kunstgeschichte im März 2021 vorbereiten. Durch Kurzreferate und gemeinsame Werkanalysen soll ein Überblick über die Geschichte der europäischen Kunst vertieft werden. 


Rubens in Stuttgart [WiSe 20/21]

Ende des Jahres 2021 soll in der Staatsgalerie Stuttgart in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste eine große Landesausstellung zum Frühwerk des Malers Peter Paul Rubens stattfinden. Das Seminar richtet sich an alle, die an fortgeschrittene Studierende aller Fachrichtungen, die aktiv an der Vorbereitung mitwirken wollen.

Literatur: Wird im Verlauf der Veranstaltung bekanntgegeben.


Nils BüttnerFrederike Schmaeschke

Vorlesung: Menschenbilder—Bildniskunst [WS 20/21]

Die Vorlesung soll einen Überblick zur Geschichte der Menschendarstellung und des Porträts innerhalb des europäischen Kulturraumes von der Antike bis zur Gegenwart liefern. Ausblicke in andere Kulturkreise oder die Diskussion von Abbildungs- und Bilderverboten sollen den Blick weiten.

Die Veranstaltung setzt die mit der Geschichte von Landschaftsmalerei begonnene Reihe fort. An ausgewählten Beispielen soll die kunsthistorische Auseinandersetzung mit gemalten Porträts und plastischen Bildnissen unterschiedlicher Epochen vorgeführt werden.

Die Vorlesung soll am Beispiel der Geschichte des Porträts einen Einblick in die Methoden der Kunstgeschichte vermitteln.
Nils BüttnerFrederike Schmaeschke

Was ist Kunst? [WS 20/21]

Wer entscheidet darüber, was Kunst ist? Und was macht dann die Kunstgeschichte damit?

Waren die überlieferten Skulpturen in der Antike überhaupt Kunst? Warum kann man den Begriff „Kunst“ eigentlich nicht auf die Objekte des Mittelalters anwenden? Was ist der Unterschied zwischen angewandter und freier Kunst?

Wie stehen Theorie und Praxis zueinander und wie wirken sie in den Kunstbetrieb?   

Neben einem ersten Überblick über die Geschichte(n) der Kunst von der Antike bis in die Gegenwart, sollen auch Grundlagen kunsthistorischen Forschens und Schreibens erlangt werden.

Donnerstag 14.00-15.30 Uhr im digitalen Raum

Gitta Bertram

Weltbekannt in Oberschwaben [WS 20/21]

Oftmals geraten nur die großen Städte stärker in den Fokus der Kunstgeschichtsschreibung. Zu Unrecht, denn auch im größeren Umfeld der Stuttgarter Akademie etablierten sich Künstler*innen im internationalen Kunstdiskurs. Vor allem in Oberschwaben entwickelte sich eine große und vielseitige sowie internationale Kunstszene. Welche Rolle spielten dabei die akademisch ausgebildeten Künstler*innen? Unter welchen Bedingungen und mit welchen Möglichkeiten arbeiteten die Stuttgarter Absolvent*innen in der oberschwäbischen Region?

Das Seminar findet im digitalen Raum statt.

Atessa Sonntag

Writing on my own - Über die eigene künstlerische Praxis schreiben [WS 20/21]

„Bitte fügen Sie ein Abstract über Ihre künstlerische Praxis bei.“

Dieser Satz steht in vielen Ausschreibungen für Stipendien, Künstler*innenaufenthalte  und Ausstellungen. Doch wie schreibe ich über die eigene Arbeit? Gemeinsam diskutieren wir künstlerische Manifeste, Künstler*innen-Interviews, Katalog- und Pressetexte, Galerieinformationen und Social-Media-Profile von Künstler*innen, um eine theoretische Grundlage über die verschiedenen Textformen im künstlerischen Feld  zu bekommen. In diesem  Seminar sollen sich die Gedanken über das eigene künstlerische Werk in Textform materialisieren und die Student*innen schreiben über die eigene Arbeit, um sich professionell etablieren zu können.

In den Doppelsitzungen steht im ersten theoretischenTeil die Präsentation der unterschiedlichen Textformen im Vordergrund. Im zweiten praktischen Teil stellen die Studierenden ihre künstlerische Praxis vor und wir sprechen gemeinsam über die bereits verfassten Texte.


Christian Sinn