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Abschlussbedingungen

Backyard Neubau 2

Klasse für Entwerfen und Transformation
Prof Bettina Kraus, AM Laura Bruder 

Die Weiterentwicklung des Campus Weißenhof der Kunstakademie im Kontext seiner bestehenden räumlichen und inhaltlichen Gegebenheiten bildet einen außergewöhnlichen Ausgangspunkt. Sie eröffnet die Möglichkeit, vorhandene Freiräume neu zu interpretieren und stärker in den Alltag der Akademie einzubinden.

Ausgangspunkt des Seminars ist eine gemeinsam entwickelte räumliche Idee, die den Freiraum als identitätsstiftenden Ort und soziales Gefüge versteht – konkret die Hoffläche zwischen Neubau 1 und Ateliergebäude. Die bislang verwaiste Fläche wird als programmatische Schnittstelle neu gedacht, an der Begegnung und Austausch räumlich erfahrbar werden.

Innerhalb dieses kollektiven Rahmens liegt der Schwerpunkt auf der individuellen Objektbearbeitung. Die Studierenden entwickeln eigenständige Objekte im bildhauerischen Maßstab, die sich mit Materialität, Konstruktion und Nutzung auseinandersetzen und eine spezifische räumliche Qualität formulieren.

Die steinernen Objekte sind als autonome Bausteine konzipiert. Erst durch ihre Addition, räumliche Setzung und gegenseitige Beziehung entsteht eine zusammenhängende Intervention. Diese entwickelt sich nicht aus einer übergeordneten Großform, sondern aus der bewussten Kombination individuell bearbeiteter Elemente, die gemeinsam den Freiraum strukturieren und aktivieren.

Ausgangspunkt der Auseinandersetzung ist zudem die Situation der bereits begonnenen Baustelle des Besucherzentrums, die durch Lärmemissionen, Flächenbelegung und eingeschränkte Zugänglichkeit die Nutzung der Freiräume erheblich beeinträchtigt. Insbesondere in den Frühjahrs- und Sommermonaten wird dadurch der Bedarf an flexiblen und temporären Strategien deutlich.

Vor diesem Hintergrund entwickelt das Seminar konkrete Nutzungsszenarien für den Hof mit Werksteinbelag in Verbindung mit dem Glaskasten B. Ziel ist es, trotz baulicher Einschränkungen Aufenthaltsqualitäten zu schaffen und den Außenraum als aktiven Bestandteil des Campuslebens zu etablieren.

Unter dem Aspekt der Wiederverwendung vorhandener Steine sowie der Nutzung lokal verfügbarer Ressourcen – in bewusster Bezugnahme auf den Genius Loci des historisch als Steinbruch genutzten Ortes – wird ein Projekt im Maßstab 1:1 realisiert. In Zusammenarbeit mit der Steinwerkstatt entsteht eine räumliche Intervention, die experimentelle Arbeit, handwerkliche Praxis und räumliche Forschung verbindet. Die Umsetzung im Maßstab 1:1 ermöglicht es, die entwickelten Objekte unmittelbar zu erproben, den Außenraum situativ zu aktivieren und kollektive Nutzungsformen sichtbar zu machen.