Die Ästhetik des Horrors [SoSe 2026]
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Daniel Martin Feige
Horror als popkulturelle wie als kunstfähige Gattung vor allem in Film und Literatur wird spätestens seit den 1990er Jahren in der angloamerikanischen Ästhetik intensiv diskutiert. Neben dem an das Paradox of Fiction angelehnten Paradox of Horror sind hier vor allem Fragen der Spezifik unserer affektiven wie emotionalen Antwort auf entsprechende Gegenstände in den Blick genommen worden.
Die Vorlesung führt in Grundfragen der Ästhetik des Horrors anhand der Gattung des Horrorfilms ein und möchte einen bestimmten Begriff und eine bestimmte These bezüglich des Horrors verteidigen: Der Horrorfilm stellt eine wichtige Gattung der Gegenwartskunst dar, indem er in Form einer eigensinnigen wie die Zuschauer attackierenden Weise die vielfältigen Krisen der Gegenwart in verwandelter Form thematisiert; er zielt auf das, was sich in unseren freien, vernünftigen und selbstbewussten Vollzügen als ihr anderes nicht sinnvoll in diese Vollzüge integrieren lässt. Im Zentrum wird dabei die Frage stehen, (i) was den Horrorfilm von anderen Künsten unterscheidet, (ii) wie Horror sich als Gattung in verschiedenen Künsten unterschiedlich artikuliert und (iii) nicht zuletzt, in welcher Weise Horrorfilme etwas thematisieren können, was die Philosophie in ihrem Medium nur unzureichend auf den Begriff bringen kann. Flankiert werden die Sitzungen der Vorlesung durch Termine im Kino der Kunstakademie, an denen wir die zentralen Filme, die in der Vorlesung besprochen werden, gemeinsam anschauen werden.